Verden/ Niedersachsen

Ursprünglich als Thingstätte, bereits durch einen Entwurf des Berliner Architekten  Fritz Schaller von 1934 geplant,[1]wollten Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler hier eine reine Weihestätte errichten. Als Baugrund wurde die „Totenwiese“ bei Verden gewählt, auf der Karl der Große, der Legende nach, 4.500 Sachsen hinrichten liess, um sie für die Erhebung Widukinds zu bestrafen. Zu Ehren der Sachsen entstand hier eine „Gedächtnisstätte“, für die die Bauern des Umlandes Findlinge in der Zahl der Hingerichteten zusammensuchen sollten.[2] Dadurch wurden vermutlich mehrere Megalithgräber des Umlandes unwiederbringlich zerstört.[3]

Baubeginn / Einweihung
1934-1935 / 1937

Architekt / Mitarbeiter
Wilhelm Hübotter, Dröge / R. Berkelmann, Hannover
                                                           
Bezeichnung historisch / zeitgenössisch 
Sachsenhain, Gedächtnisstätte, Natur-Thingstätte

Nutzungsgeschichte

21.06.1935Einweihungs- und Sonnenwendfeier
1935 – 1939Regelmäßiger NS-Feierort der Sommersonnenwende, Besucherzahlen > 10.000 SS- und Reichsarbeitsdienst-Männer
1939 – 1945 Schulungs- und Begegnungsstätte der SS

[4]
Nutzung zeitgenössisch 
Jugendeinrichtung und Bildungsstätte der evangelischen Kirche und Spielplatz / https://www.ejh-sachsenhain.de/


Wissenswertes:

Die Thingstätte Verden wurde in der „germanischen Grundrissform des Rechtecks“ errichtet und ist eher landschaftlich-gärtnerisch als architektonisch gestaltet. So blieben die Findlinge der einzige markante Eingriff in die Natur, im Übrigen wurde lediglich der Baumbestand aufgeforstet und am Eingang des Platzes einige Bauernhäuser als SS-Unterkünfte errichtet.[5]

Nachdem Hitler Karl den Großen bereits in seiner Parteitagsrede von 1935 „rehabilitiert“ hatte, war ein Ausbau der Thingstätte als zentrale Kultstätte nicht geplant. Stattdessen wurde die Anlage ab 1939 als Schulungs- und Begegnungsstätte der SS eingesetzt.[6]


[1] Stommer, Rainer, Die inszenierte Volksgemeinschaft, Jonas- Verlag Marburg, 1985, S. 227.

[2] Stommer, 1985, S. 239.

[3] Evangelischer Jugendhof Sachsenhain, Webauftritt, https://www.ejh-sachsenhain.de/geschichte.html [abgerufen am 17.03.2020].

[4] Kaldewei, Gerhard, Schwierige Schauplätze: (NS-)Kultstätten in Nordwestdeutschland. Eine Dokumentation zur regionalen Kulturgeschichte des Dritten Reiches, Isensee-Verlag Oldenburg, 2016, S. 38.

[5] Stommer, 1985, ebd.

[6] Kaldewei, 2016, ebd.

Stolzenau/ Niedersachsen

Ursprünglich provisorisch errichtet und anfangs intern als „Behelfsthingplatz“ bezeichnet, wurde der Thingplatz in Stolzenau dennoch als erster Platz in Niedersachsen eingeweiht.[1] Neben der heutigen Weserkampfbahn in Stolzenau gelegen, sind heute lediglich die Sitzränge noch erhalten.

Baubeginn / Einweihung
Unbekannt / 10.05.1934
                                   
Architekt
Unbekannt
                                               
            
Nutzung historisch

10.05.1934Übergabespiel von Barthel, gespielt vom Arbeitsdienst„Aufbricht Deutschland von G. Goes, gespielt von der Niedersächsischen Spielgemeinschaft
13.05.1934Wiederholung „Aufbricht Deutschland“
16.09.1934„Heilige Straße“ von Albrecht Bergmann, gespielt von der Niedersächs. Spielgemeinschaft
Ende Mai 1935„Soldaten der Scholle“ von E. Müller-Schnick (im Anschluss an eine Wehrsportveranstaltung)
22.05.1936„Ewiges Volk“ von Brockmeier

[2]


[1] Stommer, Rainer, Die inszenierte Volksgemeinschaft, Jonas- Verlag Marburg, 1985, S. 218 f.

[2] Stommer, 1985, ebd.

St. Goarshausen/ Rheinland- Pfalz

Der erste Thingplatz des ehemaligen Gaues „Hessen- Nassau“, ist auch der Einzige, der von insgesamt sechs geplanten Plätzen realisiert wurde. Geldmangel und zahlreiche Veränderungen in der Bauplanung zogen die Bauzeit zum Schluss über fünf Jahre hin. Er liegt auf dem sog. Galgenkopf,von dem aus der Rhein, der Loreley- Felsen und die Hunsrück- Höhen zu sehen sind. Heute wird das Gelände regelmäßig für Musikveranstaltungen genutzt.[1]

Baubeginn / Einweihung
30.04.1934 / 1939
                                   
Architekt
Hermann Senf, Frankfurt
                                                           
Bezeichnung historisch / zeitgenössisch 
Loreley / Freilichtbühne Loreley

Nutzungsgeschichte

30.04.1934Zwei Sprechchöre „Totenehrung“ und „Spaten rufe Thing“ von W. M. Mund
1939 (zur Einweihung)„Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller

[2]

Nutzung zeitgenössisch 
https://www.loreley-freilichtbuehne.de/hausordnung/im-wandel-der-zeit/


Wissenswertes:

Während der Zuschauerraum in seiner ovalen Form aus dem ursprünglichen Entwurf bleiben sollte, wurden bis zum schlussendlichen Ausführungsentwurf vom 21.06.1934 vor allem der Bühnenbereich und die Bauten für die technische Einrichtung mehrmals verändert. Man versuchte sich in der Nachahmung der „Parade-Thingstätte“ in Heidelberg, was vor allem das Bühnenhaus mit den breiten, aufmarschtauglichen Treppen betraf. Dennoch musste dieses Gebäude aber zum Wohle der freizuhaltenden Sicht auf den Rhein so niedrig wie möglich gehalten werden. Mehrere flankierende Bastionen beherbergten Fahnenmasten, so wie Technik in Form von Scheinwerfern und Lautsprechern. Aufmarschflächen und Zeltplätze sind von der Zugangsseite aus der Anlage vorgelagert. Bis zu 14.500 Personen – davon ein Drittel Sitzplätze – konnte die Anlage fassen.

Um zwischenzeitlich zu verhindern, dass der Thingplatz zu einer Bauruine werden würde, bezuschusste das Reichspropagandaministerium den Bau 1936 mit 50.000 RM, einen weiteren Betrag in derselben Höhe musste der Gau selbst nochmals investieren.[3]


[1] Stommer, Rainer, Die inszenierte Volksgemeinschaft, Jonas- Verlag Marburg, 1985, S. 215

[2] Ebd.

[3] Ebd.

rieros/ Brandenburg

Im Rahmen der Eröffnung der Reichsseesportschule „Gorch Fock“ in Prieros wurde neben dem Hauptgebäude und Ausbildungsplätzen für die sog. Marine- HJ auch eine Thingstätte auf dem Gelände erbaut. Sie lag am Ufer der Dahme und hatte in einem Halbrund mit Holzlatten verstärkte Sitzplätze.[1]

Baubeginn / Einweihung
Nicht bekannt / 14.12.1935[2]
                                   
                                               

Die Thingstätte ist heute nicht mehr sichtbar. Der Ort wird als
Erholungsheim[3] genutzt.
            
Nutzungsgeschichte

Nutzung als Reichseesportschule der Hitlerjugend.[4]



[1] https://sporthaus-dubrow.jimdofree.com/hj-seesport/ [abgerufen am 17.03.2020].

[2] Jugend im Zweiten Weltkrieg. „Wir weinten unter dem Kopfkissen“, Bild 7/10, SPIEGEL Online, 30.03.2010, 13:07 Uhr https://www.spiegel.de/fotostrecke/jugend-im-zweiten-weltkrieg-fotostrecke-109809.html  [abgerufen am 17.03.2020].

[3] Bosse, Katharina, Thingstätten. Von der Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart, Bielefeld/Berlin 2020, S. 243.

[4] https://sporthaus-dubrow.jimdofree.com/hj-seesport/ [abgerufen am 1.4.21].

Passau / Bayern
Westlich vor dem Befestigungsgraben der Veste Oberhaus gelegen und in Form eines Viertelkreissegments erbaut, war die Passauer Thingstätte eine von insgesamt 4- 5 in Bayern.
In der für Thingbauten typischen reizvoll gewählter Lage, mit weitem Blick über das Donau- und Inntal und auf die Passauer Altstadt, kam es noch bis 1943 zu Aufführungen.

Allgemein:

Baubeginn / Einweihung
26.08.1934 / 22.09.1935
                                   
Architekt
Ludwig Moshamer, Berlin
                                                           
Bezeichnung historisch / zeitgenössisch

Feierstätte Oberhaus[1]

            
Nutzungsgeschichte

Wurde von 1935 bis 1943 für Thingspiele genutzt.


Nutzung zeitgenössisch / Link

Bis 1998 beherbergte der Platz das Pfingst-Open-Air Festival. Derzeit liegt der ehemalige Thingplatz brach und wir nur noch als Starpunkt für Ballonfahrten genutzt.[2]


Wissenswertes:

4.000 Sitz- und 12.000 Stehplätze waren für die Thingstätte vorgesehen. Das abgetragene Erdreich, musste auf einer eigens gebauten Schienenbahn abtransportiert werden.[3]


[1] Rammer, Stefan, Nationalsozialismus in Passau. Die Inszenierung des Alltags, Passau o.J., S. 127.

[2] Regio Wiki Niederbayern, Thingplatz (Passau), o.O. 2018, https://regiowiki.pnp.de/wiki/Thingplatz_(Passau) (Stand: 1.4.21).

[3] Rammer, Nationalsozialismus in Passau, S. 127.

Koblenz/ Rheinland- Pfalz
NS- Ahnenkult und pseudo- germanische Riten wurden in dieser Anlage besonders exzessiv zelebriert. Allerdings hielt die Faszination, bei dieser Thingstätte, nicht besonders lange an. Bereits Ende 1937 wurde im Rahmen einer Umbaumaßnahme zur Schlossplatzgestaltung gefordert, die Thingstätte zu beseitigen.[1] Doch erst nach dem Krieg wurde die Thingstätte mit dem Schutt zerbombter Häuser vom US Militär zugeschüttet.[2] An der Stelle vor dem Schloss ist heute wieder eine Parkanlage mit Promenadenwegen angelegt, wie auch vor dem Bau der Thingstätte.

Allgemein:

Baubeginn / Einweihung
März 1934 / 24.03.1935
                        
Architekt
Unbekannt
                                               

            
Nutzungsgeschichte

24.03.1935Einweihung mit „Aufmarschspiel“
22.06. 1935Spiel „Wächter der Schwelle“

[3]

Nutzung zeitgenössisch 

Nach Ende des zweiten Weltkrieges zugeschüttet und heute ein Teil der Schlossanlage des Kurfürstlichen Schlosses.[4]


Wissenswertes:

Die Thingstätte Koblenz war schon im ersten Bauprogramm des Reichspropagandaminesteriums vorgesehen.[5] Die Gestaltung des Thingplatzes weicht, durch seine eher ovale Form, von der Norm ab.[6] Auf dem Thingplatz, konnten 22.000 Personen untergebracht werden und auf dem umliegenden Gelände noch einmal 80.000 Personen.

Zum Weiterlesen
Koblenz im Nationalsozialismus


[1] Stommer, Rainer, Die inszenierte Volksgemeinschaft, Marburg 1985, S. 213f.

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Ebd.

Sept 7 – Oct 27th 2023

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Deutsches Haus at NYU presents “Thingstätten,” an exhibition curated by the photographer Katharina Bosse. Between 1933 and 1936, so-called „Thingstätten“ (literally: thing sites) were erected as propagandistic open-air theaters and meeting places in early Nazi Germany. Four hundred „Thingstätten“ were planned, and around sixty constructed. Many of these barely known sites can still be found scattered across Germany, Poland, and Russia – some forgotten, some still actively in use as open-air theaters. In the deeply researched photobook Thingstätten (Kerber, 2020) and interactive website, an interdisciplinary mix of international artists, scholars, and writers facilitates a critical examination of the unusual history of the “Thingstätten,” and how this forgotten problematic past continues to manifest explicitly and implicitly in our present moment.

The exhibition opening was held on September 7, from 6 to 8 PM, and included a conversation between the curator and photographer Katharina Bosse (Bielefeld University of Applied Arts HSBI), Rebecca Hackemann (Kansas State University) and Sarah Girner, who runs the cultural program at Deutsches Haus at NYU. The exhibition will remain on view at Deutsches Haus at NYU through October 27.

The exhibition includes works by the artists Katharina Bosse, Rebecca Budde de Cancino, Doug Fitch, Jan Merlin Friedrich, Jakob Ganslmeier, Andrea Grützner, Rebecca Hackemann, Konstantin Karchevskiy, Hendrik Lüders, Daniel Mirer, Felix Nürmberger, Ralph Pache, Abhijit Pal, Philipp Robien, Jewgeni Roppel, Simon Schubert, Kuno Seltmann, Erica Shires, Thomas Wrede.

Installation photos by Rebecca Hackemann

Participating artists:

Katharina Bosse born in Turku, Finland, lives in Bielefeld, Germany. Katharina Bosse received a diploma from Bielefeld University of Applied Sciences, where she is a Professor of Photography. Katharina Bosse initiated, organized and edited the Thingstätten Project. She contributed works throughout the book on several Thingstätten in North Rhine–Westphalia, Lower Saxony, Saxony and Saxony-Anhalt with analog & digital photography, video interviews and written texts.

Rebecca Budde de Cancino was born in Werther, Germany, lives in Bielefeld, Germany. Rebecca Budde de Cancino graduated from the sculpture class at the Academy of Art, studying as a “Meisterschülerin” under G. Herold. Rebecca Budde de Cancino contributed an ongoing work of conceptual installation.

Doug Fitch born in Philadelphia, USA, lives in New York City. Doug Fitch graduated from Harvard University in Visual Studies. He is a known opera director working with media such as architecture, puppetry and food. Doug Fitch developed a performance of the the Buddhist Deity Yamantaka for the Thingstätte in Herchen with a volun- teer team of 16 People.

Jan Merlin Friedrich born in Bielefeld, Germany, where he lives today. He received his BA in Photography from Bielefeld University of Applied Sciences. Jan Merlin Friedrich contributed video documentation on the performance of Doug Fitch at Herchen.

Jakob Ganslmeier born in Munich, lives in Berlin and The Hague. He studied at Ostkreuz School in Berlin and received his BA in Photography from Bielefeld University of Applied Sciences. Jakob Ganslmeier photographed in Vogelsang and Herchen for his project “Skin, Stone.”
 
Bernhard Gelderblom born in Schwetz, Germany, lives in Hamelin. He grad- uated in History and Politics, as well as Lutheran Theol- ogy, after studies at the Universities of Münster, Vienna, Bonn und Göttingen. Publications include “Die Juden von Hameln von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime” and “Die NS-Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg 1933–1937.” Bernhard Gelderblom wrote about the history of the “Reichsthingstätte Bückeberg.”

Andrea Grützner born in Pirna, Germany, lives in Berlin and New York. She received her BA in Communication Design at HTWG Constance and her MA in Photography at Bielefeld University of Applied Sciences. Andrea Grützner was a member of the Waldbühne Berlin team, as well as travel- ling to Prieros in Brandenburg. Pages 197–202

Rebecca Hackemann, born in Karlsruhe, Germany, is a British / American artist who maintains a studio in Kansas City. Hackemann holds a PhD in Critical Practice from UAL, Chelsea College of Art London, UK (2019), an MFA from Stanford University, CA (1996) and was a Whitney Museum Independent Study Program fellow in 2000. She is  Professor of Photography / Art at Kansas State University. Her public art project „Visionary Sightseeing Binoculars“ was installed at Berlin, Borna and Herchen, Germany.

Konstantin Karchevskiy born in Russia, lives in Kaliningrad. Graduated from Moscow State University in 1989, in geography science. Konstantin Karchevskiy gracefully shared his collection of former East Prussian Thingstätte for this project.

Hendrik Lüders born in Lüneburg, Germany, lives in Hamburg. Hendrik Lüders received his BA in Photography from Bielefeld University of Applied Sciences. He worked with Daniel Mirer on the northern route, providing color photography, video camera and interpretation skills on Thingstätten like Bergen, Hösseringen and Stedingsehre. He also pho- tographed the performance by Doug Fitch in Herchen.

Daniel Mirer was born in Brooklyn, USA, and lives in the Bay Area of California. He received his BFA from Pratt Institute and his MFA in Photography from the California Institute of the Arts. Daniel Mirer traveled the northern route including Mecklenburg–Western Pomer- ania, Lower Saxony and Schleswig Holstein, as well as Berlin. His work consists of Black and White Photography reminiscent of film noir, interspersed throughout the book. Mirer has also contributed a great number of video interviews to www.thingstaetten.info.

Felix Nürmberger, born in Hof, Germany, lives in Munich. He received his BA in Photography, Graphic Design and Film from Nuremberg University and his MA in Photography from Bielefeld University of Applied Sciences. Felix Nürmberger travelled the southern route to Bavaria and Baden- Württemberg, and Stolzenau in Lower Saxony.

Ralph Pache born in Waiblingen, Germany, lives in Berlin. He received his Diploma in Photography from Bielefeld University of the Applied Sciences. Ralph Pache was a member of the Waldbühne Berlin Team.

Abhijit Pal received his BA and MA in Fine Arts from Rabindra Bharati University, Kolkata, India, and his BA in Photography from Dortmund Univer- sity of Applied Sciences and Arts, Germany. He lives in Delhi, India. Abhijit Pal contributed his conceptual work “Propaganda Display” as documentary photography of Vogelsang and Wattenscheid.

Philipp Robien born 1988 in Cologne, Germany, where he lives today. Philipp Robien received his BA in Photography from Bielefeld University of Applied Sciences. He was a mem- ber of the Bad Segeberg and Stedingsehre team.

Jewgeni Roppel, born in Kazakhstan, lives in Germany. Jewgeni received his BA in Visual Communications at HAWK Hildesheim, and his MA in Photography from Bielefeld University of Applied Sciences. Jewgeni Roppel traveled to the East and West: from Góra Świętej Anny to Jülich he photographed in Poland, Saxony, Saxony-Anhalt, Lower Saxony, Rhineland-Palatinate and North Rhine–Westphalia.

Simon Schubert born in Cologne, Germany, lives in Cologne. Graduated in Fine Art and Sculpture at Dusseldorf Art Academy. Simon Schubert contributed the conceptual art work “Foldings.”

Kuno Seltmann born in Lüdenscheid, Germany, lives in Hamburg. BA in Media Studies, Siegen University. Kuno Seltmann contributed a film on the performance of Doug Fitch in Herchen.

Erica Shires born in Detroit, Michigan, USA and lives in New York City. She received her BFA in Media Arts / Art History from Pratt Institute and her Digital Interdisciplinary MFA from CUNY. Erica Shires traveled to the Thingstätten in Lower Saxony and North Rhine–Westphalia, contribut- ing film and photographs of Mülheim, Hösseringen, Northeim, Herchen and Lamspringe. Her cinematic view is featured in many sections of the book.

Gerwin Stroblm born in Linz, Austria, lives in Cardiff, GBR. Gerwin Strobl is Professor of Modern History (in the GBR styled as “Reader”) at Cardiff University. He studied at Salz- burg and has taught at Eton College and the London School of Economics. He publishes both in English and German, and is the author of The Swastika and the Stage: German Theatre and Society 1933–1945. His most recent publications are “Das Spiel in der Unfreiheit: Gedanken zum Theater im NS-Staat” in Brigitte Dalinger and Viktoria Zangl (eds.), Theater unter NS-Herrschaft and “Hitler, Wagner und die nationale Sinnsuche” in Syvia Bier, Arno Mungen et al. (eds.), Hitler.Macht Oper: Propaganda und Musiktheater.

Beata Wielgosik is a researcher and writer for the St Annaberg Park in the Region of Opole, Poland.

Thomas Wrede born in Iserlohn, Germany, lives in Münster. Thomas Wrede received his MFA at Münster Academy of Fine Arts. He is Professor of Photography and Media
at the University of Fine Arts Essen.

Stefan Wunsch
Born 1966 in Düren, Germany, lives in Cologne. He grad- uated in History, Political Science and English Literature from Cologne University. He is research director at Vogelsang Academy IP and the National Socialism Doc- umentation Centre. Publications include Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen. Stefan Wunsch contributed the text on Vogelsang.

Attendance Information:


While NYU has ended COVID-19 related restrictions and policies, we continue to remind and recommend to members of the NYU community that they stay up-to-date on their boosters and stay home if they feel sick. Masks are always welcome.
To RSVP for in-person attendance, please click here.

This event will take place at 42 Washington Mews. This semester based on NYU guidelines, in-person events will be open to members of the general public.

This exhibition and opening event are made possible through an endowment established by Roger J. Schnetzer.

„we are pleased to inform
you that your project has been chosen to receive a SPECIAL MENTION of the Jury.
Special Mentions of the Jury are given to outstanding contributions to the conservation
and enhancement of Europe’s cultural heritage which are particularly appreciated by
the Jury but which were not included in the final selection to receive an Award.
The Jury recognised the originality of the theme of this project and the balance that was
struck between aesthetics and reflection. They appreciated how the project
demonstrates how art allows this difficult heritage to be approached.“

Jury of the European Heritage Award
Page 60 in the brochure

Kamenz/ Sachsen
Es war kein Zufall, dass Kamenz den ersten Thingplatz Sachsens erhalten sollte. Die geographischen Vorteile überzeugten das Propagandaministerium. Vorteilhaft an drei Lagern des Reichsarbeitsdienstes gelegen, gab es ein Großaufgebot an Arbeitern in nächster Nähe. Auch ein Truppenübungsplatz war nicht weit entfernt, ebenso die geplante Reichsautobahn. Oberhalb des Thingplatzes wurde ein bereits 1933 geplantes Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Seine 5 Granitsäulen waren schon von weitem zu sehen. Als Heimatstadt Lessings hatte man auch kulturell einen berühmten Sohn der Stadt vorzuweisen. Nicht zuletzt war die Stadt direkt im „Grenzland“ zu sorbischem und slawischem Sprachgebiet und somit „Einfallstor zur Wendei“, was für die NS- Ideologie hinsichtlich der „Lebensraum im Osten“- Politik symbolisch bedeutend war. Somit war es prädestiniert für die Bevorzugung der Planung des Thingplatzes und Finanzierung. Heute wird das Areal als Freilichtbühne genutzt. Von den Granitsäulen des Ehrenmals sind die Sockel erhalten.[1][2][3]


Baubeginn / Einweihung
10.03.1934 / 02.06.1935
                                   
Architekt
Ludwig Moshamer, Berlin
                                                           
Bezeichnung historisch / zeitgenössisch 
Thingplatz / Hutbergbühne[4]
            
Nutzungsgeschichte

01./02.06.1935Übergabespiel von A. Schroeder
22.06.1935Sonnwendfeier
Unbekannt„Neurode“ von Kurt Heynicke
August 1937„Spiel vom Kamenzer Forstfest“

[5][6]

Nutzung zeitgenössisch / Link
Zahlreiche Konzerte und Events finden ganzjährig auf dem Gelände statt.
https://www.hutbergbuehne-kamenz.de/


Wissenswertes
Die Aufführungen während der Zeit des Nationalsozialismus waren ein Großaufgebot an Staffage und Darstellern. „Teilweise waren mehr Leute auf der Bühne zu sehen, als Zuschauer auf den Sitzrängen“.[7]

Aufgrund der sich im Landkreis ausbreitenden Maul- und Klauenseuche wurde die Aufführung „Spiel vom Kamenzer Forstfest“ für den August 1938 vom Bezirkstierarzt „im Einvernehmen mit der Kreisleitung“ untersagt.[8]


[1] Stommer, Rainer, Die inszenierte Volksgemeinschaft, Jonas- Verlag, Marburg 1985, S. 213.

[2] Bosse, Katharina, Thingstätten, Kerber- Verlag, Bielefeld 2020, S. 121.

[3] Hermann, Matthias, Thingplatz und Kriegerehrenmal auf dem Hutberg in Kamenz, Dresden 1993, S. 17.

[4] Stommer, S. 213.

[5] Stommer, Rainer, Die inszenierte Volksgemeinschaft, Jonas- Verlag, Marburg 1985, S. 213

[6] Bosse, S. 121.

[7] Bosse, S. 121, aus einem Interview mit Stadtarchivar Thomas Binder

[8] Hermann, S. 27.

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